So. Rumänien meldet sich nicht. Weder Herr "ich beantworte alle meine Mails binnen 72 Stunden" B. aus Iasi noch irgendwer aus Bukarest.
Ebenso mein Fernweh-Amt in Kiel.
Frust.
Frrrust.
Oh, und gestern habe ich mit dem Visa-Kartenservice telefoniert, surreal im Wald, weil jemand mit meiner Nummer bei Apple einen iPod kaufen wollte. Deswegen die Karte vorerst gesperrt, bis ich in deutschen Landen zwecks neuer Karte.
Folglich also, gestern schon heimlich geübt, ein bisschen laut denken:
a) Ich gehe nach Rumänien. Alles wird klappen, auf den letzten Drücker, sogar die Erasmusförderung. Ich fliege oder fahre, bleibe einen Monat in Iasi und dann studieren in Bukarest. Dort großformatige Elektro-Zeichnungen mit hohen Voltzahlen, wie geplant.
Daraus wird nichts, oder nur mit unwirklich viel Glück.
b) Ich gehe trotzdem nach Rumänien. Selbst ein ateliertaugliches Zimmer anmieten, arbeiten, die Karpaten und das neue Nokia-Werk in Cluj.
Ist definitiv machbar, schade ein bisschen wegen der fehlenden Kontakte dann, und schwieriger auszustellen bzw zu arbeiten. Ausserdem, sehen wir der Wahrheit ins Gesicht: Ich kann mir selbst Rumänien ohne Erasmus nicht leisten, weil eigentlich mehr oder weniger pleite.
c) Ich gehe nicht nach Rumänien.
Bricht mir das Herz, weil seit Oktober manisch fixiert auf Rumänien. Ausserdem ändert das nichts an der Finanzmisere. Also
d) Ich bleibe in Kiel, arbeite an der Mu und suche mir ein billiges Zimmer und einen Job.
Widerspricht meinem "ganz oder gar nicht" Leitsatz, ausserdem will ich nicht in Kiel wohnen. Wenigstens ist Sommer. Strand und so. Oder
e) Ich bleibe in .de, Kiel oder sonstwo und arbeite ein halbes Jahr, mache meine Theoriescheine und datiere irgendwas von meiner Fülle von praktischen Arbeiten um für die restlichen Scheine. Dann endlich kein Minus mehr auf dem Konto, und ungestörte Atelierarbeit bis zum Abschluss im Juni 2009.
Klingt am vernünftigsten, und am dümmsten. Das Bukowski-Zitat behält Gültigkeit: "Ich hatte einen Horror vor dem Leben, vor dem, was ein Mann alles tun musste, nur um essen und schlafen und sich was zum Anziehen kaufen zu können".
Andererseits bin ich es so unendlich leid, Pleite zu sein. Also arbeiten. Andererseits: mit Kunst an Geld zu kommen funktioniert, siehe Bergen. Aber: Ohne Arbeiten im Atelier keine Kunst um damit mehr Föderungen etc zu bekommen.
Woran es hier fehlt, sind Gesprächspartner / Freunde für Wanderungen und lautes Denken. Am 29ten treffe ich einen Freund in Malmö, tags drauf eine Freundin in Flensburg, danach dann Kiel.
Trotz allem: Es gibt auch gute Neuigkeiten, der Sturm ist vorbei, nur 3 Bäume gefallen, werde mit Sören noch ein bisschen im Wald arbeiten, habe mit der Nikon eine Fotoserie angefangen und bin solange Tageslicht viel draussen und lerne fotografieren.
da fallen mir doch zwei dinge ein:
(da ich gerade wieder "per anhalter durch die galaxis lese")
der unwahrscheinlichkeitsdrive und Dein anderer feuertraum, der schon jahr zurückliegt.
Posted by: norbert at 22.01.08 20:45